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Stress trifft auf Alkohol:

Es gibt verschiedenste Gründe, warum wir gestresst sein können. Sei es Prüfungen, Beziehungsprobleme oder der ganz normale Alltagsdruck. In solchen Momenten scheint der Alkohol wie ein schneller Ausweg in die Entspannung, fast wie ein «Aus-Knopf». Jedoch ist dies sowohl für unsere Psyche wie auch unseren Körper schädlich.

Aber was passiert eigentlich, wenn Stress und Alkohol aufeinander treffen?

Biologische Wechselwirkung

Wenn du gestresst bist, werden in deinem Körper Stresshormone produziert, genauer gesagt Adrenalin und Cortisol. Diese sorgen für die typischen Symptome wie: Unruhe, Herzklopfen und Schwitzen.

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Trinkst du in solch einem Zustand Alkohol geschieht das Gegenteil: du fühlst dich lockerer und entspannter. Dies geschieht weil Alkohol die Aktivität bestimmter Nervenzellen dämpft. Das GABA-System, ein wichtiger Teil des zentralen Nervensystems, wird aktiviert, was dafür sorgt, dass die Weiterleitung von Nervenimpulsen verlangsamt wird. Dies erklärt die beruhigende Wirkung.

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Doch dieser Effekt ist trügerisch. Dein Körper und Gehirn merken sich diesen Effekt und «lernen» das Alkohol in stressigen Phasen Entspannung bringt. Folglich willst du immer mehr. So kann eine Alkoholtoleranz entstehen. Von einer Toleranzentwicklung sprechen wir dann, wenn eine Person immer mehr von der gleichen Substanz konsumieren muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

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Das wiederum kann eine Chronifizierung auslösen. Du bist also komplett auf den Alkohol angewiesen, weil dein Körper in Abhängigkeit gerät und Entzugssymptome aufbaut.

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All diese Faktoren führen dazu, dass dein Körper Stress mit der Zeit immer weniger gut regulieren kann. Alkohol löst deine Probleme also nicht, sie werden langfristig dadurch nur noch schlimmer.

"Je länger etwas chronifiziert ist, desto schwieriger ist es, diese Strategie wieder abzulegen und eine Veränderung anzustossen."

-Sozialarbeiterin Blaues Kreuz

Wie bewerten wir stressige Situationen?

Das Stressmodell nach Lazarus kann dabei helfen zu verstehen, warum Menschen in belastenden Phasen vermehrt zu Alkohol greifen. Laut dem Modell entsteht Stress immer dann, wenn wir mit einem äusseren Reiz, also einer herausfordernden oder belastenden Situation, nicht angemessen umgehen können. In solchen Momenten sucht der Mensch nach Mitteln, Wegen und Strategien, um die Situation besser zu bewältigen. Diese nennt man Coping-Mechanismen.
 

Der Begriff Coping stammt vom englischen „to cope“ und bedeutet so viel wie „bewältigen“ oder „überwinden“. Dabei unterscheidet man verschiedene Arten von Coping-Strategien:

Problemorientiertes Coping

Man ändert etwas an der Situation, die einen stresst.

Emotionsorientiertes Coping:

Man ändert den Bezug zu der Situation, die einen stresst.

Funktionale Coping-Mechanismen:

Diese helfen dir langfristig, da sie

die eigene Gesundheit und Widerstandskraft fördern.

Dysfunktionale Coping-Mechanismen

​Der Druck wird hier für kurze Zeit ausgeblendet, kommt danach aber stärker zurück. Diese wirken sich langfristig schädlich auf deine Gesundheit aus.

In welche Kategorie gehört Alkohol?

Alkohol lässt sich klar in das emotionsorientierte Coping einordnen. Die Situation die man zu bewältigen versucht wird nicht besser, nur das eigene Befinden ändert sich kurzfristig. Alkohol lässt sich ausserdem auch klar als dysfunktional einordnen, da durch das Trinken negative körperliche und psychische Folgen auftreten.

Stress + Alkohol = Teufelskreis:

  1. Stress → du trinkst, um dich zu beruhigen

  2. Kurzzeitige Entspannung → dein Gehirn speichert: „Alkohol hilft mir!“

  3. Rückkehr des Stresses + mehr Trinken → du brauchst immer mehr, um dich zu entspannen

  4. Abhängigkeit und körperliche Folgen

Willst du wissen was gesunde und effiziente Wege sind, um mit Stress umzugehen? Schaue gerne im jeweiligen Themenbereich nach!

Quellen:

Wechselwirkung:

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Coping:

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